Mein Baum als Brennholz

Stapel gespaltener Brennholzstämme im Freien mit grünen Bäumen im unscharfen Hintergrund.

Ein gefällter Baum wirft oft dieselbe Frage auf: Kann ich das Holz eigentlich als Brennholz verwenden? Und wenn ja, lohnt sich das? 

Viele Privatpersonen stehen genau vor diesem Punkt, wenn ein Baum im Garten zu groß wird, krank ist oder aus Sicherheitsgründen entfernt werden muss. Statt das Holz vollständig zu entsorgen, lässt es sich in vielen Fällen sinnvoll weiterverwenden. Brennholz aus dem eigenen Garten ist nachhaltig, regional und eine schöne Möglichkeit, den eigenen Baum weiterzuführen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Damit das funktioniert, muss man jedoch einiges beachten: von der Holzart über die richtige Verarbeitung bis hin zur Lagerung. Dieser Beitrag erklärt, was möglich ist, was nicht – und worauf man besonders achten sollte.

Kann man jeden Baum als Brennholz verwenden?

 

Grundsätzlich lässt sich fast jedes Holz verbrennen, aber nicht jedes Holz brennt gleich gut. Qualität, Brennwert und Verhalten im Ofen unterscheiden sich teilweise deutlich. Deshalb lohnt ein Blick auf die häufigsten Holzarten, die in Gärten oder auf Grundstücken stehen.

  • Buche: Einer der besten Brennhölzer überhaupt. Hoher Brennwert, lange Glut, ruhige Flamme.
  • Eiche: Sehr hoher Brennwert, brennt langsam, aber mit etwas Funkenflug.
  • Esche: Gut spaltbar, brennt sauber und gleichmäßig. Trocknet meist schneller als Eiche.
  • Birke: Mittlerer Heizwert, schöne Flamme, angenehmer Duft. Gut für offene Kamine.
  • Fichte / Tanne: Ideal zum Anheizen, brennt schnell, aber weniger lang.
  • Kiefer / Lärche: Harzreich, daher spritzend. Nur für geschlossene Öfen geeignet.

Nicht empfohlen sind stark vermorschte, faulende oder sehr pilzbefallene Bäume. Sie brennen zwar grundsätzlich, liefern aber kaum Wärme und können stärker qualmen.

Was passiert mit dem Holz beim Fällen?

Bei einer Baumfällung entsteht mehr Material, als viele denken: Stammholz, Äste, Reisig, Laub und eventuell Wurzelholz. Nicht alles eignet sich als Brennholz, aber vieles davon kann weiterverwertet werden.

  • Stammholz: ideal für Brennholz, muss gespalten und getrocknet werden.
  • Stärkere Äste: können ebenfalls zu Scheiten verarbeitet werden.
  • Reisig: eher ungeeignet, kann aber gehäckselt werden.
  • Wurzelholz: brennt schlecht, oft erdig und schwer zu bearbeiten.

Hier bietet es sich an, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – besonders beim Abtransport und der Zerkleinerung.

Wie wird aus dem eigenen Baum Brennholz? Der Ablauf Schritt für Schritt

Damit aus einem Baum ofenfertiges Brennholz wird, sind mehrere Arbeitsschritte notwendig unterteilt je nach Holzart, Stammdurchmesser und gewünschter Scheitlänge.

  1. Fällung und Zerteilung: Der Stamm wird in passende Längen geschnitten, üblicherweise 25–33 cm für Kaminöfen.
  2. Spalten: Je schneller gespalten wird, desto besser trocknet das Holz. Große Stammstücke sollten zeitnah weiterverarbeitet werden.
  3. Sortieren: Stammholz zu Brennholz, dickere Äste zum Anfeuerholz, Restholz zur Entsorgung oder Hackschnitzel.
  4. Trocknen: Holz braucht Zeit – je nach Holzart 1–3 Jahre.
  5. Lagern: Trocken, luftig, sonnig. Optimal auf Paletten, mit Abstand zur Wand und gutem Dachschutz.

Professionelle Forst- und Landschaftsbetriebe wie Gredler + Söhne können dabei unterstützen – vom Fällen bis zur Aufbereitung.
 

Frisches Holz hat eine Restfeuchte von oft über 40–60 %. Für den Kaminofen sind jedoch unter 20 % Pflicht. Je nach Holzart dauert die Trocknung unterschiedlich lang:

 

  • Buche: ca. 2 Jahre
  • Eiche: 2–3 Jahre
  • Esche:1,5–2 Jahre
  • Birke:1–1,5 Jahre
  • Fichte / Tanne: 1 Jahr

 

Feuchtes Holz qualmt stark, erzeugt wenig Wärme und kann den Kamin verrußen. Ein günstiges Holzfeuchtemessgerät hilft hier enorm.

Lohnt es sich, einen Baum zu Brennholz zu verarbeiten?

 

Das hängt von mehreren Faktoren ab:

 

Es lohnt sich in der Regel, wenn …

  • der Baum gesund ist und genügend Stammholz liefert
  • man Platz zum Lagern hat
  • gute Öfen im Haushalt genutzt werden
  • man ohnehin mit Holz heizt
  • man regionale Ressourcen nutzen möchte

 

Es lohnt sich weniger, wenn …

  • der Baum sehr klein oder stark beschädigt ist
  • kein Lagerplatz vorhanden ist
  • kein Ofen im Haushalt steht
  • das Holz zu viel Arbeitsaufwand erzeugt

 

Für viele Haushalte ist es jedoch eine schöne, nachhaltige Option: Der Baum bleibt im Kreislauf und spendet Wärme.

Brennholz richtig lagern – damit die Qualität stimmt

Eine gute Lagerung ist entscheidend, damit das Holz seine Restfeuchte verliert und sauber brennt.

  • Lagerplatz: sonnig, luftig, trocken.
  • Untergrund: Paletten oder Latten; niemals direkt auf Erde.
  • Überdachung: Schützt vor Regen, aber Seiten offen lassen.
  • Stapeln: Scheite kreuzweise oder mit kleinen Luftspalten.
  • Abstand: 10–20 cm Abstand zur Wand für Luftzirkulation.

Fazit – Brennholz aus dem eigenen Baum nutzen

Ein gefällter Baum muss nicht vollständig entsorgt werden. In vielen Fällen lässt sich das Holz sinnvoll weiterverwenden, zum Beispiel als nachhaltiges Brennholz aus der Region. Wer auf richtige Holzart, gute Lagerung und ausreichende Trocknung achtet, kann hochwertiges Kaminholz gewinnen und dem eigenen Baum damit ein zweites Leben schenken.

Wenn du Unterstützung bei Fällung, Sortierung oder Transport benötigst, helfen wir als regionaler Fachbetrieb gerne weiter.

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FAQ – Häufige Fragen zu „Mein Baum als Brennholz“

Geschrieben von Paul Hirth

Bereichsleiter